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Impuls zum 25. Januar 2026

Zum 3. Sonntag im Jahreskreis

Von Veronika Hüning (Höhbeck im Wendland), pax christi Diözesanverband Hildesheim

Nicht im Dunkel bleiben

Lied: Gott wohnt in einem Lichte (GL 429, Str. 1-3)

Wort und Licht
Dieses Lied passt gut, denn es ruft die beiden Leitbegriffe des heutigen Sonntags auf: Wort und Licht. Heute begehen wir den sog. Sonntag des Wortes Gottes. Und in der ersten Lesung lässt die Kirche den Propheten Jesaja zu Wort kommen, der die Geburt eines göttlichen Kindes vorausgesagt hat, durch das Licht ins Dunkel kommen werde. Wir glauben, dass Jesus dieses Licht für die Menschen ist. Er ist Gottes lebendiges Wort, das menschgewordene Wort.

Ökumenischer Bibelsonntag
Papst Franziskus führte den Sonntag des Wortes Gottes ein. Weltweit wird er am dritten Sonntag im Jahreskreis gefeiert. In diesem Jahr fällt er mit dem Ökumenischen Bibelsonntag zusammen und will die Heilige Schrift in den Mittelpunkt der Gemeinde stellen.

Mir ist der bekannte Satz von Frère Roger in den Sinn gekommen: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast!“ Er geht davon aus, dass wir diese Erfahrung machen können: Ein Wort, eine Aussage in der frohen Botschaft Jesu, die uns in den Heiligen Schriften überliefert ist, trifft uns ganz persönlich. Wir hören einen Satz oder lesen eine Bibelstelle und sie erreicht unser Innerstes. Wir begreifen dieses Wort; wir halten es fest und wir wollen es in unserem Leben Gestalt annehmen lassen.
Für viele in pax christi sind es Worte aus der Bergpredigt. „Selig, die keine Gewalt anwenden.“ „Selig, die Frieden stiften.“

Wir können die Worte der heutigen Lesungen nehmen und schauen, was sie uns sagen.

Jes 8,23b - 9,3

Wenn ich meinen Adventskranz schmücke, nehme ich u.a. ein weißes Samtband, das mit einem Satz des Propheten Jesaja bedruckt ist: „Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht.“ Das ist die Verheißung Gottes, die ich jedes Jahr aufs Neue in Erinnerung rufen will. Sie bestärkt meine Hoffnung vor allem für die Menschen, die in Not sind, die unter Armut leiden oder die Gewalt des Krieges erleben. Ich wünsche mir, dass die Menschen in der Ukraine und in Russland, in Israel und Palästina, im Sudan, in Myanmar und, und … endlich Licht sehen. Dass sich eine Perspektive auftut. Dass Friedenslösungen geschaffen werden.

Gebet
Du gütiger und treuer Gott! Lass wahr werden, was du versprochen hast: dass alle, die jetzt Not leiden, nicht im Dunkel bleiben. Schenke Licht! Schenke Freude und Jubel! Jedes drückende Joch soll zerbrechen, jeder Schlagstock in der Hand von Gewalttätern soll in Stücke gehen. Wenn wir etwas dafür tun können, dass die Welt heller wird, dann zeige uns Wege und Mittel! Wir glauben an dich und dass du durch uns wirken willst, für mehr Gerechtigkeit und Frieden. Amen.

Lied: Herr, unser Herr, wie bist du zugegen; GL 414

1 Kor 1,10 - 13.17

Paulus beklagt Spaltungen in der Gemeinde in Korinth und mahnt zur Einheit. Nicht das Bekenntnis zu dem einen oder anderen, nicht verschiedene Gefolgschaften sollen die Gläubigen voneinander trennen, sondern sie sollen vereint sein in dem einen Bekenntnis zu Jesus Christus. Der Verkündigung des Paulus nach soll die Kraft wirken, die im Kreuz Christi liegt.

Mit zwei Worten dieser Lesung habe ich Schwierigkeiten: Für mich liegt die Kraft der Erlösung nicht im grausamen Foltertod Jesu, sondern in seiner Auferweckung zu neuem Leben. Gott hat sich nicht an den Mächtigen gerächt, die Jesus hingerichtet haben. Er hat auf Gegengewalt verzichtet und dem Tod dennoch nicht das letzte Wort überlassen.

Und der Appell: „…seid einer Meinung“ ist für mich nicht hilfreich. Einmütig zu sein, beieinander zu bleiben – das sollte gerade dann gelingen, wenn verschiedene Meinungen herrschen. Zank ist nicht gut, aber Streit kann weiterführen, wenn er konstruktiv ausgetragen wird. Das gilt zwischenmenschlich, aber auch in Organisationen und Bündnissen. Pax christi hat beides erlebt: Auseinandersetzungen, z.B. um Positionen im Nahostkonflikt, um die Waffenlieferungen an die Ukraine, die zu gemeinsam verantworteten Erklärungen geführt haben, aber auch zu Austritten aus der Bewegung. Wir sind und bleiben Lernende.

Lied: Meine engen Grenzen; GL 437

Mt 4,12 – 23

Matthäus erzählt, dass Jesus von Nazareth nach Kafarnaum geht, um dort zu wohnen. Ihm ist wichtig, dass sich so die Prophezeiung Jesajas erfüllt: dass den Menschen in Sebulon und Naftali ein Licht aufscheint. Jesus ruft zur Umkehr angesichts der Naherwartung des Gottesreiches. Und er beruft die ersten Jünger, die ihm folgen: Simon und Andreas, Jakobus und Johannes, allesamt Fischer.

Jesus tritt als Lehrer auf, als Verkünder der guten Nachricht von Gottes Liebe, als Heiler. Das ist freilich ein großes Wort: „Er heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.“ Auch wenn wir das relativieren möchten – als Übersetzungsfehler oder als Übertreibung des begeisterten Evangelisten: Es zeigt doch auf, worum es auch den „Menschenfischern“ gehen muss, die Jesus nachfolgen wollen. Die Jünger und Jüngerinnen und auch wir sind berufen, heilsam zu wirken. Das kann heißen, Trauernden Trost zu spenden, in Konflikten zu vermitteln, Grenzen zu überwinden, die Menschen voneinander trennen, sei es durch Verletzungen und Enttäuschungen, sei es durch Vorurteile und Fremdheit.

Wenn wir auf den Spuren des Mannes aus Nazareth gehen wollen, dürfen auch wir – ohne Naherwartung – das Reich Gottes verkünden: Gerechtigkeit und Frieden werden sich küssen! Wir können Samen pflanzen und sie immer neu begießen, das ganze Jahr über.

Segensgebet
Der gerechte und treue Gott segne uns mit seinem Frieden, mit seiner Liebe, mit der Geborgenheit in ihm. Er bewahre und behüte uns in Gesundheit und Krankheit, in dunklen und hellen Stunden, heute und alle Tage unseres Lebens: der Vater durch den Sohn im Heiligen Geist. Amen.